Betreuung

Hauptbetreuung: H. Niehr, K. Volk; Nebenbetreuung: E. Pernicka, P. Pfälzner.

Für die Betreuung dieses Promotionsthemas konnte zusätzlich Prof. Dr. Konrad Volk (Altorientalische Philologie, Universität Tübingen) gewonnen werden, da hier eine hohe Kompetenz in der altorientalischen Philologie erforderlich ist.

Konzept

Aus etlichen Schriftquellen des Alten Orients ist im rituellen Rahmen von Totenfeiern ein Kultmahl von Verstorbenen und Lebenden bekannt. Was das Abhalten dieser Mähler angeht, so ging man zumeist davon aus, dass die Verstorbenen aus der Unterwelt evoziert wurden, in Statuen Platz nahmen und so am Mahl mit den Lebenden teilnahmen. Durch den Fund der Königsgruft im mittelsyrischen Qatna stellte sich nun heraus, dass Totenmähler auch an bestimmten Plätzen in den Grabanlagen, d.h. unmittelbar bei den Toten, stattfanden. Ausgehend von diesem eindeutigen Befund in Qatna, bei dem sich sogar Aussagen über die bei den Totenmählern verzehrten Speisen und Getränke machen lassen, sind weitere Grabanlagen des 2. Jahrtausends v. Chr. zu untersuchen. Hierfür kommen etwa die Königsgrüfte in Ebla, Ugarit, Byblos, Kumidi und Megiddo in Betracht. Es ist auffällig, dass im 1. Jahrtausend v. Chr. die luwisch-aramäische Bevölkerung Nordsyriens und Südanatoliens nach Ausweis von schriftlichen und ikonographischen Quellen ebenfalls die Einrichtung des Totenkultmahls kennt. In diesen Zusammenhang ist auch die berühmte Bankettszene des Assurbanipal aus dem Königspalast in Ninive aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. zu betrachten. Von hier aus lässt sich die Untersuchung über die Grabanlagen Palmyras mit der Darstellung von Totenmählern in den Hypogäen und entsprechenden kultischen Einrichtungen bis hin zur Einrichtung von Bi- und Triklinien in den Grabanlagen der Nabatäer im südlichen Jordanien ausdehnen.